# Wer darf sprechen, wer wird gehört?

## Arbeitsblatt (45 Minuten)

Sprachliche Formen können Zugang ermöglichen, Erwartungen setzen und Anerkennung verteilen. Die Stationen laden dazu ein, Macht, Autorität und Register an konkreten Gesprächssituationen auseinanderzuhalten.

> Welche sprachlichen Bedingungen ermöglichen begründeten Widerspruch?

## Lernziele
- Anerkannte Zuständigkeit von Zwang und Prestige unterscheiden.
- Registerwahl auf Zugänglichkeit und Situation beziehen.
- Eine Beobachtung von ihrer gesellschaftlichen Deutung trennen.

Zielgruppe: Ab etwa 16 Jahren, fortgeschrittene Schulgruppen, Studium und Erwachsenenbildung.
Voraussetzungen und Zugänge: Kurze Fachtexte lesen; Aussage, Beobachtung und Deutung unterscheiden. Eigene Beispiele dürfen mündlich, schriftlich oder als beschriftete Skizze bearbeitet werden.

## Fallbeispiel
Fiktives, für dieses Material verfasstes Übungsbeispiel. Keine empirischen Daten.

Ein fiktiver Vereinsvorstand plant neue Öffnungszeiten. Die Vorsitzende sagt: „Die Fachleute empfehlen das, also sind wir uns einig.“ Zwei neue Mitglieder schweigen. Ein Mitglied fragt nach der Datengrundlage und bittet um eine Erklärung ohne Verwaltungsbegriffe.

## Ablauf
5 Min. Einstieg · 20 Min. zwei Stationen vergleichen · 10 Min. Quellenprüfung · 10 Min. Auswertung

## Arbeitsauftrag
1. Notiert getrennt: Wer kann entscheiden, wer wird als fachlich zuständig anerkannt und welche Zustimmung ist tatsächlich geäußert?
2. Vergleicht die Stationen Register und Konsens. Schreibt die Aussage der Vorsitzenden verständlicher um, ohne den Inhalt heimlich zu ändern.
3. Entwerft eine Gesprächsregel, die Nachfragen ermöglicht und Schweigen nicht als Zustimmung verbucht. Nennt eine mögliche Grenze der Regel.

## Quellenprüfung
Öffnet mindestens ein vollständiges Atlas-Profil. Wählt einen dort genannten Quellenhinweis. Notiert Titel, Fundstelle soweit vorhanden und den ausdrücklich dokumentierten Belegumfang. Trennt eigene Schlussfolgerungen von dem, was der Hinweis tatsächlich stützt. Ein Quellenverweis allein ist kein Beweis für jede Aussage des Profils.

## Stationen

### 1. Register

Situationsabhängige Varietät mit typischen sprachlichen Formen und Gebrauchsnormen.

Vergleiche zwei Ausdrucksweisen derselben Bitte. Register gehört zur Situation, nicht zum unveränderlichen Wert einer Person.

**Arbeitsfrage:** Welche Formulierung erleichtert einem neuen Gruppenmitglied das Mitsprechen?

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-056

Lest Definition und Abgrenzung im verlinkten Vollprofil. Welche Aussage trägt der dokumentierte Quellenhinweis, welche entsteht erst durch euren Vergleich mit dem Übungsfall?

Antwort / Beleg / Gegenbeispiel: ____________________

Quellenhinweise aus dem vorhandenen Atlas-Profil:
- ATLAS_091 · Fachquellenzuordnung offen

### 2. Konsens

Konsens ist gemeinsame Zustimmung zu einer Aussage, Wertung oder Regel; Gegenstand, Umfang und Bedingungen dieser Übereinstimmung sind eigens zu bestimmen.

Untersuche, wie Einverständnis entsteht und wie es erneut befragt werden kann.

**Arbeitsfrage:** Welche Regel stellt sicher, dass Schweigen nicht automatisch als Zustimmung gilt?

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-ADD-20261016-0009

Lest Definition und Abgrenzung im verlinkten Vollprofil. Welche Aussage trägt der dokumentierte Quellenhinweis, welche entsteht erst durch euren Vergleich mit dem Übungsfall?

Antwort / Beleg / Gegenbeispiel: ____________________

Quellenhinweise aus dem vorhandenen Atlas-Profil:
- Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 4, Artikel „Konsens“; hg. von Gert Ueding, Tübingen: Max Niemeyer 1998. Sp. 1256–1258; PDF-Seiten 634–635
  Dokumentierter Belegumfang: Definition sowie Unterscheidungen von Gültigkeitskonsens und Interessenkompromiss. Die systematischen Positionen der Autoren werden nicht als alleinige Bedeutung des Wortes ausgegeben. | Original Atlas applications remain separate.
- Merriam-Webster: consensus — https://www.merriam-webster.com/dictionary/consensus
  Dokumentierter Belegumfang: Lexikalischer Beleg und Wortgeschichte des englischen Lemmas, keine vollständige Disziplingeschichte und keine automatische Übertragung auf deutsche Erstbelege. | Original Atlas applications remain separate.
- Duden online: Konsens — https://www.duden.de/rechtschreibung/Konsens
  Dokumentierter Belegumfang: Knappe deutsche Bedeutungs- und Herkunftsstütze, keine neue historische Erstbelegprüfung. | Original Atlas applications remain separate.
- Atlas der Sprache: Vergleichsstand Release 15.8.0 / Sites 352
  Dokumentierter Belegumfang: Arbeitsbasis des zuletzt in diesem Chat veröffentlichten Stands, keine neue vollständige Produktivinventur und kein unabhängiger wissenschaftlicher Beleg. | Original Atlas applications remain separate.

## Forschungsgrenze
Ein einzelner Ausdruck beweist keine Machtstruktur. Situativer Gebrauch, institutionelle Regeln und die Sicht der Beteiligten müssen gesondert untersucht werden.

## Zitation
Michael Reich: Wer darf sprechen, wer wird gehört?. Arbeitsblatt (45 Minuten). Atlas der Sprache / Atlas of Language. Materialfassung atlas-260-20261017-04, 2026-10-17. Datenbasis: ATLAS 260; Quellrelease 15.9.1.
https://atlasdersprache.de/studium/sprache-und-macht?mode=worksheet
Zugriff am: ____________________

Checkpoint: atlas-260-expansion15c-20261016-checkpoint
Manifest SHA-256: 8b36a386dbea6c48bbeb3fefe730c2128333a06e5ad847521e673a3bfbe82f92

Die Fallbeispiele, Themenfolge und Aufgaben sind eigenständige Lernangebote. Sie begründen keine neuen Katalogrelationen. Bestehende Quellenhinweise sind keine hier neu erfolgte Volllektüre. Quellenrechte bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Versionierte Forschungsfassung. Keine DOI oder externe Archivierung nachgewiesen.
