ATLAS DER SPRACHE

AT-091-006 · ATLAS 251

Apostrophe

Direkte Anrede einer abwesenden Person, Sache oder abstrakten Größe.

Vertiefung

Direkte Anrede einer abwesenden Person, Sache oder abstrakten Größe. Im Atlas wird Apostrophe als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Erzeugt Gegenwart durch eine unmögliche oder imaginierte Anrede.

Beispiel

O Zeit, bleib stehen!

Gegenbeispiel

Zeit vergeht schnell, ohne Anrede.

Abgrenzung

Zeit vergeht schnell, ohne Anrede.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff erzeugt Gegenwart durch eine unmögliche oder imaginierte Anrede. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Apostrophe nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Rhetorik/Stilistik → Apostrophe → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Apostrophe“. Atlas der Sprache, AT-091-006. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-006

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