ATLAS DER SPRACHE

AT-091-044 · ATLAS 250

Extraposition

Auslagerung einer syntaktischen Einheit an das Ende oder außerhalb ihres erwarteten Feldes.

Vertiefung

Auslagerung einer syntaktischen Einheit an das Ende oder außerhalb ihres erwarteten Feldes. Im Atlas wird Extraposition als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Verschiebt schwere Information an einen späteren Wahrnehmungsort.

Beispiel

Es hat mich überrascht, dass er kam.

Gegenbeispiel

Dass er kam, hat mich überrascht, ohne Auslagerung.

Abgrenzung

Dass er kam, hat mich überrascht, ohne Auslagerung.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff verschiebt schwere Information an einen späteren Wahrnehmungsort. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Extraposition nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Syntax/Grammatik → Extraposition → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Extraposition“. Atlas der Sprache, AT-091-044. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-044

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-044

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