Vertiefung
Statt ein Verhältnis grammatisch unterzuordnen, stellt das Hendiadyoin seine Bestandteile gleichrangig nebeneinander. Dadurch gewinnt eine Eigenschaft Eigengewicht.
Beispiel
mit Rat und Hilfe – im Sinne von hilfreichem Rat.
Gegenbeispiel
mit schnellem Rat – reguläre attributive Fügung.
Abgrenzung
Nicht jede Paarformel ist ein Hendiadyoin; die beiden Glieder müssen gemeinsam einen engeren Sinn bilden.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Verwandelt Unterordnung in Gleichrangigkeit und lässt einen Sinn aus zwei Zentren entstehen.
Resonanz
Zwei Wörter tragen gemeinsam eine Bedeutung, die keinem allein gehört.
Etymologie
Griechisch hèn dià dyoîn ›eins durch zwei‹; Benennung einer semantischen Einheit, die grammatisch zweigliedrig erscheint.
Provenienz
Griechische Figurenbenennung → lateinische Rhetorik → Stilistik der Koordination und Verdichtung
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Hendiadyoin“. Atlas der Sprache, AT-103-003. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-003Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.