ATLAS DER SPRACHE

AT-103-009 · ATLAS 250

Hyponymie

Bedeutungsrelation, bei der der Begriff eines Ausdrucks im Begriff eines allgemeineren Ausdrucks enthalten ist.

Vertiefung

Ein Hyponym bezeichnet eine Unterart seines Hyperonyms. Wer einen Pudel bezeichnet, bezeichnet damit zugleich einen Hund, aber nicht umgekehrt.

Beispiel

Tulpe ist ein Hyponym von Blume.

Gegenbeispiel

Blume ist kein Hyponym von Tulpe, sondern ihr Hyperonym.

Abgrenzung

Von Meronymie unterscheiden: Ein Rad ist Teil eines Fahrrads, nicht dessen Unterart.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Ordnet Begriffe hierarchisch und ermöglicht Schlüsse vom Besonderen zum Allgemeinen.

Resonanz

Ein einzelner Begriff trägt die größere Kategorie als stillen Bedeutungshorizont mit.

Etymologie

Aus griechisch hypó ›unter‹ und ónoma ›Name‹; moderner Terminus für hierarchische Bedeutungsrelationen.

Provenienz

Logische Klassenrelation → lexikalische Semantik → Taxonomien, Ontologien und Wissensgraphen

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Hyponymie“. Atlas der Sprache, AT-103-009. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-009

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