ATLAS DER SPRACHE

AT-103-011 · ATLAS 251

Ergativität

Grammatisches Muster, das das Subjekt eines intransitiven Verbs wie das Objekt eines transitiven Verbs behandelt.

Vertiefung

Ergative Systeme gruppieren Satzrollen anders als das vertraute Nominativ-Akkusativ-Muster. Dadurch wird sichtbar, dass ›Subjekt‹ keine überall identische Naturkategorie ist.

Beispiel

In einer ergativen Sprache werden der Handelnde eines transitiven Verbs und die übrigen Kernrollen unterschiedlich markiert.

Gegenbeispiel

Im Deutschen stehen ich in ›ich schlafe‹ und ›ich sehe ihn‹ beide im Nominativ.

Abgrenzung

Nicht mit Passiv verwechseln; Ergativität ist ein systemisches Ausrichtungsmuster.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Erschüttert vertraute Kategorien von Handelndem und Betroffenem und öffnet alternative grammatische Perspektiven.

Resonanz

Sprachen koppeln Ereignisbeteiligte auf unterschiedliche Weise aneinander.

Etymologie

Zu griechisch érgon ›Werk, Handlung‹; moderner typologischer Terminus für eine bestimmte Ausrichtung grammatischer Kernrollen.

Provenienz

Kasusbeschreibung → Sprachtypologie → Split-Ergativität und konstruktionsbezogene Analysen

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Ergativität“. Atlas der Sprache, AT-103-011. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-011

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