Vertiefung
Ergative Systeme gruppieren Satzrollen anders als das vertraute Nominativ-Akkusativ-Muster. Dadurch wird sichtbar, dass ›Subjekt‹ keine überall identische Naturkategorie ist.
Beispiel
In einer ergativen Sprache werden der Handelnde eines transitiven Verbs und die übrigen Kernrollen unterschiedlich markiert.
Gegenbeispiel
Im Deutschen stehen ich in ›ich schlafe‹ und ›ich sehe ihn‹ beide im Nominativ.
Abgrenzung
Nicht mit Passiv verwechseln; Ergativität ist ein systemisches Ausrichtungsmuster.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Erschüttert vertraute Kategorien von Handelndem und Betroffenem und öffnet alternative grammatische Perspektiven.
Resonanz
Sprachen koppeln Ereignisbeteiligte auf unterschiedliche Weise aneinander.
Etymologie
Zu griechisch érgon ›Werk, Handlung‹; moderner typologischer Terminus für eine bestimmte Ausrichtung grammatischer Kernrollen.
Provenienz
Kasusbeschreibung → Sprachtypologie → Split-Ergativität und konstruktionsbezogene Analysen
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Ergativität“. Atlas der Sprache, AT-103-011. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-011Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.