ATLAS DER SPRACHE

AT-103-017 · ATLAS 250

Heterogramm

Wort oder Text, in dem jeder verwendete Buchstabe höchstens einmal vorkommt.

Vertiefung

Das Heterogramm erzeugt sprachliche Form unter der Regel der Nichtwiederholung. Je länger der Text, desto stärker bestimmt das schwindende Buchstabenreservoir die Aussage.

Beispiel

Dialog ist ein Heterogramm, wenn Groß- und Kleinschreibung nicht unterschieden werden.

Gegenbeispiel

Anna wiederholt Buchstaben und ist daher kein Heterogramm.

Abgrenzung

Vom Pangramm unterscheiden, das alle Buchstaben einzubeziehen versucht.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht Materialverbrauch und Wiederholungsverbot als produktive Kräfte des Schreibens erfahrbar.

Resonanz

Jeder gesetzte Buchstabe verändert den verbleibenden Möglichkeitsraum.

Etymologie

Aus griechisch héteros ›anders‹ und grámma ›Buchstabe, Geschriebenes‹; Bezeichnung einer Schriftform ohne Zeichenwiederholung.

Provenienz

Griechische Wortbildung → kombinatorische Sprachspiele → formale Literatur und Computerprüfung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Heterogramm“. Atlas der Sprache, AT-103-017. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-017

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-017

Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.