ATLAS DER SPRACHE

AT-103-018 · ATLAS 250

Spoonerismus

Beabsichtigte oder versehentliche Vertauschung von Lauten oder Lautgruppen zwischen Wörtern.

Vertiefung

Beim Spoonerismus wechseln meist Anfangslaute ihre Plätze. Die Äußerung bleibt oft erkennbar, erzeugt aber eine zweite, komische oder irritierende Bedeutung.

Beispiel

Der Schreck sitzt mir in den Gliedern → der Schleck sitzt mir in den Gliedern.

Gegenbeispiel

Ein einfacher Versprecher ohne Lauttausch zwischen Einheiten.

Abgrenzung

Vom Anagramm unterscheiden, das Buchstaben eines Ausdrucks umfassender neu ordnet.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Zeigt, wie stark Wortidentität an die Position weniger Laute gebunden ist.

Resonanz

Zwei Wörter tauschen Klangenergie und öffnen kurz eine alternative Äußerung.

Etymologie

Nach dem englischen Geistlichen William Archibald Spooner benannt; mit dem Suffix -ismus ins Deutsche übernommen.

Provenienz

Anekdotische Versprecherzuschreibung → englischer Eponym → Bezeichnung systematischer Lautvertauschung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Spoonerismus“. Atlas der Sprache, AT-103-018. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-018

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