ATLAS DER SPRACHE

AT-103-025 · ATLAS 250

Domestizierung

Übersetzungsstrategie, die einen Ausgangstext an Konventionen und Erwartungen der Zielsprache annähert.

Vertiefung

Domestizierung erleichtert Zugänglichkeit, kann aber Fremdheit, historische Distanz und kulturelle Besonderheit zurücknehmen. Sie ist kein bloßes Ersetzen einzelner Wörter.

Beispiel

Ein kulturspezifischer Vergleich wird durch einen vertrauten zielsprachlichen Vergleich ersetzt.

Gegenbeispiel

Eine weitgehend formnahe Übertragung, die Fremdheit sichtbar hält.

Abgrenzung

Von Lokalisierung unterscheiden, die häufig ein gesamtes Produkt an einen Zielmarkt anpasst.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht die Übersetzung flüssig, verschiebt aber, welche kulturellen Widerstände wahrnehmbar bleiben.

Resonanz

Der fremde Text tritt näher, während ein Teil seiner Entfernung leiser wird.

Etymologie

Zu lateinisch domesticus ›häuslich, zum Haus gehörig‹; in der Übersetzungstheorie metaphorisch für Anpassung an die Zielkultur.

Provenienz

Schleiermachers Übersetzungsrichtungen → Venutis foreignization/domestication → ethische Übersetzungsdebatte

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Domestizierung“. Atlas der Sprache, AT-103-025. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-025

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-025

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