ATLAS DER SPRACHE

AT-103-027 · ATLAS 250

Intentionalität

Eigenschaft mentaler Zustände, auf etwas gerichtet oder von etwas zu handeln.

Vertiefung

Gedanken, Wünsche und Wahrnehmungen besitzen Inhalt: Sie sind Gedanken an, Wünsche nach oder Wahrnehmungen von etwas. Intentionalität ist nicht mit Absicht gleichzusetzen.

Beispiel

Die Erinnerung ist Erinnerung an ein vergangenes Ereignis.

Gegenbeispiel

Intention im Sinn eines Handlungsplans bezeichnet nur einen besonderen mentalen Zustand.

Abgrenzung

Nicht mit Absicht und nicht mit logischer Intensionalität verwechseln.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht die Beziehung zwischen Bewusstsein, Zeichen und Welt zum eigentlichen Untersuchungsgegenstand.

Resonanz

Mentales Erleben überschreitet sich, indem es auf Abwesendes, Mögliches oder Gedachtes gerichtet ist.

Etymologie

Zu lateinisch intentio ›Ausrichtung, Anspannung‹; durch scholastische und phänomenologische Traditionen als Gerichtetsein des Bewusstseins profiliert.

Provenienz

Scholastik → Brentano → Husserl → Philosophie des Geistes und Kognitionswissenschaft

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Intentionalität“. Atlas der Sprache, AT-103-027. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-027

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