Vertiefung
Gedanken, Wünsche und Wahrnehmungen besitzen Inhalt: Sie sind Gedanken an, Wünsche nach oder Wahrnehmungen von etwas. Intentionalität ist nicht mit Absicht gleichzusetzen.
Beispiel
Die Erinnerung ist Erinnerung an ein vergangenes Ereignis.
Gegenbeispiel
Intention im Sinn eines Handlungsplans bezeichnet nur einen besonderen mentalen Zustand.
Abgrenzung
Nicht mit Absicht und nicht mit logischer Intensionalität verwechseln.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Macht die Beziehung zwischen Bewusstsein, Zeichen und Welt zum eigentlichen Untersuchungsgegenstand.
Resonanz
Mentales Erleben überschreitet sich, indem es auf Abwesendes, Mögliches oder Gedachtes gerichtet ist.
Etymologie
Zu lateinisch intentio ›Ausrichtung, Anspannung‹; durch scholastische und phänomenologische Traditionen als Gerichtetsein des Bewusstseins profiliert.
Provenienz
Scholastik → Brentano → Husserl → Philosophie des Geistes und Kognitionswissenschaft
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Intentionalität“. Atlas der Sprache, AT-103-027. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-027Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.