Vertiefung
Ein großer Teil unseres Wissens stammt nicht aus eigener Wahrnehmung, sondern aus Sprache, Dokumenten und institutionell vermittelten Berichten. Zeugnis verbindet Vertrauen mit Prüfung.
Beispiel
Wir wissen von einem entfernten Ereignis durch glaubwürdige Berichte.
Gegenbeispiel
Eine unmittelbar eigene Beobachtung ist kein Wissen aus Zeugnis.
Abgrenzung
Vom juristischen Zeugenbeweis unterscheiden; die epistemologische Kategorie ist weiter.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Macht Erkenntnis als soziales Netz von Sprechenden, Quellen und Vertrauensbeziehungen sichtbar.
Resonanz
Wissen wandert zwischen Menschen und trägt dabei Spuren seiner Herkunft und Glaubwürdigkeit.
Etymologie
Zu Zeuge; im erkenntnistheoretischen Gebrauch Wissen, das über Mitteilungen anderer erworben und gerechtfertigt wird.
Provenienz
Rechtliche und religiöse Zeugenschaft → soziale Erkenntnistheorie → Vertrauen, Autorität und epistemische Ungerechtigkeit
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Zeugnis“. Atlas der Sprache, AT-103-030. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-030Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.