Vertiefung
Der Assoziativplural bezeichnet eine heterogene, sozial zusammengehörige Gruppe über ein hervorgehobenes Mitglied. Er pluralisiert damit nicht bloß einen Gegenstand, sondern aktiviert ein Beziehungsfeld.
Beispiel
Japanisch Tanaka-tachi meint ›Tanaka und die zu Tanaka gehörende Gruppe‹, nicht mehrere Personen namens Tanaka. Ungarisch Pál-ék kann entsprechend ›Paul und seine Leute‹ bedeuten, während toll-ak regulär ›Stifte‹ bezeichnet.
Gegenbeispiel
Die Jungen bezeichnet eine homogene Menge von Jungen und ist kein Assoziativplural.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Lässt eine Person als Mittelpunkt eines sozialen Gefüges erscheinen und macht Gruppenzugehörigkeit lexikogrammatisch sichtbar.
Resonanz
Pluralität wird als Beziehung und nicht nur als Anzahl lesbar.
Etymologie
Japanisch · Ungarisch · sprachvergleichende Passage
Provenienz
Semantik → Sprachtypologie → ATLAS_144
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Assoziativplural“. Atlas der Sprache, AT-144-005. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-144-005Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.