ATLAS DER SPRACHE

AT-LOG-0001 · ATLAS 250

Paradoxon

Aussage oder Denkfigur, die plausibel und widersprüchlich oder kontraintuitiv zugleich erscheint.

Vertiefung

Paradoxien können auf verdeckte Annahmen, Selbstbezug, Mehrdeutigkeit oder Grenzen eines Systems hinweisen. Nicht jedes überraschende Bonmot ist logisch paradox.

Beispiel

„Dieser Satz ist falsch.“

Gegenbeispiel

„Dieser Satz ist kurz.“

Abgrenzung

Oxymoron: Dieses verdichtet einen Gegensatz meist lokal in einer Wortgruppe.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Blockiert vorschnelle Auflösung und legt verborgene Regeln des Denkens frei.

Resonanz

Widerspruch erzeugt eine anhaltende kognitive Schwebung.

Etymologie

griech. parádoxon „dem Erwarteten entgegen“

Provenienz

Antike Dialektik → mittelalterliche Insolubilia → moderne Logik

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Paradoxon“. Atlas der Sprache, AT-LOG-0001. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-LOG-0001

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