ATLAS DER SPRACHE

AT-MOR-W0099 · ATLAS 250

Neologismus

Neu entstandener oder neu verwendeter Ausdruck, der noch als neu wahrgenommen wird.

Vertiefung

Neologismen entstehen durch Wortbildung, Entlehnung, Bedeutungsverschiebung oder bewusste Prägung. Ob eine Form noch neu ist, hängt von Zeit, Gruppe und Verbreitung ab.

Beispiel

Bildschirmfasten bezeichnet eine bewusst begrenzte Zeit ohne digitale Anzeigen.

Gegenbeispiel

Telefon wird heute gewöhnlich nicht mehr als Neologismus wahrgenommen.

Abgrenzung

Okkasionalismus ist eine situationsgebundene Einzelprägung; ein Neologismus kann sich breiter etablieren.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Er schafft sprachliche Greifflächen für neue Dinge, Praktiken und Wertungen.

Resonanz

Eine neue Form sucht einen Platz im gemeinsamen Sprachgedächtnis.

Etymologie

griech. néos: neu + lógos: Wort

Provenienz

Kandidatenbank K-0099 → ATLAS_035; Lexikografie → Benennungswandel

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Neologismus“. Atlas der Sprache, AT-MOR-W0099. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-MOR-W0099

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