ATLAS DER SPRACHE

AT-PHI-0002 · ATLAS 250

Sprachrelativität

These, dass sprachliche Kategorien Wahrnehmung, Gedächtnis oder Denken beeinflussen können.

Vertiefung

Starke Determinismusfassungen gelten als unhaltbar; untersucht werden heute spezifische, messbare Einflüsse sprachlicher Routinen auf kognitive Aufgaben.

Beispiel

Grammatische oder lexikalische Kategorien können Aufmerksamkeit bei bestimmten Aufgaben lenken.

Gegenbeispiel

Wer ein Wort nicht kennt, kann das bezeichnete Phänomen grundsätzlich nicht wahrnehmen.

Abgrenzung

Sprachdeterminismus: Dieser behauptet eine viel stärkere Festlegung des Denkens.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Schärft die Frage, wie Benennungsgewohnheiten Wahrnehmung gewichten, ohne Sprache zum Gefängnis zu erklären.

Resonanz

Wiederholte sprachliche Muster stimmen Aufmerksamkeit auf bestimmte Unterschiede ein.

Etymologie

dt. Sprache + Relativität

Provenienz

Humboldt → Boas/Sapir/Whorf → experimentelle Neo-Whorf-Forschung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Sprachrelativität“. Atlas der Sprache, AT-PHI-0002. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PHI-0002

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