ATLAS DER SPRACHE

AT-PHO-W0078 · ATLAS 251

Rhythmus

Wahrnehmbare Ordnung sprachlicher Ereignisse in der Zeit.

Vertiefung

Sprachrhythmus entsteht aus Akzenten, Silben, Pausen, Dauer und syntaktischer Gliederung. Er ist weder bloß regelmäßiger Takt noch ausschließlich poetisches Metrum.

Beispiel

Komm mit. – Komm doch mit. – Komm doch endlich mit. verändert Puls und Dringlichkeit.

Gegenbeispiel

Eine ungeordnete Liste von Zeitpunkten besitzt Dauer, aber noch keinen wahrgenommenen Rhythmus.

Abgrenzung

Metrum ordnet idealisierte Verspositionen; Rhythmus ist die konkrete zeitliche Bewegung.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Er bündelt Aufmerksamkeit, erzeugt Erwartung und macht sprachliche Zeit körperlich mitvollziehbar.

Resonanz

Sprechen trägt und verändert den inneren Puls der Hörenden.

Etymologie

griech. rhythmós: gegliederte Bewegung

Provenienz

Kandidatenbank K-0078 → ATLAS_035; Poetik und Musiktheorie → Verkörperung

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Rhythmus“. Atlas der Sprache, AT-PHO-W0078. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PHO-W0078

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