Vertiefung
Sprachrhythmus entsteht aus Akzenten, Silben, Pausen, Dauer und syntaktischer Gliederung. Er ist weder bloß regelmäßiger Takt noch ausschließlich poetisches Metrum.
Beispiel
Komm mit. – Komm doch mit. – Komm doch endlich mit. verändert Puls und Dringlichkeit.
Gegenbeispiel
Eine ungeordnete Liste von Zeitpunkten besitzt Dauer, aber noch keinen wahrgenommenen Rhythmus.
Abgrenzung
Metrum ordnet idealisierte Verspositionen; Rhythmus ist die konkrete zeitliche Bewegung.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Er bündelt Aufmerksamkeit, erzeugt Erwartung und macht sprachliche Zeit körperlich mitvollziehbar.
Resonanz
Sprechen trägt und verändert den inneren Puls der Hörenden.
Etymologie
griech. rhythmós: gegliederte Bewegung
Provenienz
Kandidatenbank K-0078 → ATLAS_035; Poetik und Musiktheorie → Verkörperung
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Rhythmus“. Atlas der Sprache, AT-PHO-W0078. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PHO-W0078Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.