ATLAS DER SPRACHE

AT-RES6-0006 · ATLAS 251

Inflektiv

Auf einen Wortstamm verkürzte Ausdrucksform wie seufz oder grübel, die eine Handlung, Empfindung oder Begleitregie markiert.

Vertiefung

Der Inflektiv löst den Verbstamm aus dem gewöhnlichen Satz und macht ihn zu einer kompakten Szene. Aus Comics und digitaler Kommunikation kommend, kann er Körper, Haltung und Kommentar ohne ausformulierte Sprecherrolle einblenden.

Beispiel

*grübel* – vielleicht ist die Lücke selbst die Verbindung.

Gegenbeispiel

Ich denke darüber nach, ob die Lücke eine Verbindung ist.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Verdichtet Körperregie und inneren Kommentar zu einer satzlosen Miniatur.

Resonanz

Zwischen Wort und Regieanweisung entsteht eine kleine sichtbare Geste.

Etymologie

deutsche und internationale Fachtradition · Herkunft im Profil

Provenienz

Metzler 6 → Vollabgleich → Resonanzprüfung → zweisprachiger Sichtlauf → ATLAS_181

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Inflektiv“. Atlas der Sprache, AT-RES6-0006. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RES6-0006

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