ATLAS DER SPRACHE

AT-SEM-0004 · ATLAS 250

Konnotation

Kulturelle, soziale oder affektive Mitbedeutung, die ein Ausdruck neben seinem sachlichen Bezug aktiviert.

Vertiefung

Konnotationen sind keine unveränderlichen zweiten Definitionen. Sie entstehen aus Gebrauchsgeschichte, Milieu, Wertung und Situation und können sich zwischen Gruppen, Zeiten und Sprachen deutlich unterscheiden.

Beispiel

„Heimat“ kann Geborgenheit, Verlust, Ausgrenzung oder politische Vereinnahmung mitschwingen lassen.

Gegenbeispiel

Die Aussage, ein Quadrat habe vier gleich lange Seiten, erläutert begrifflichen Gehalt statt kultureller Mitbedeutung.

Abgrenzung

Denotation als Bezug oder Kernbedeutung und bloß privater, nicht sozial geteilter Assoziation.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Konnotationen bewerten, bevor ein Argument ausdrücklich bewertet; sie färben Zugehörigkeit und Wahrnehmung.

Resonanz

Wörter tragen einen Hof aus Erinnerungen und Wertungen, der lange vor der Erklärung hörbar wird.

Etymologie

lat. connotare „mitbezeichnen“

Provenienz

Logische Begriffslehre → strukturalistische Semantik → Lexikologie, Soziolinguistik und Diskursanalyse

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Konnotation“. Atlas der Sprache, AT-SEM-0004. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-0004

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-0004

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