Vertiefung
Konnotationen sind keine unveränderlichen zweiten Definitionen. Sie entstehen aus Gebrauchsgeschichte, Milieu, Wertung und Situation und können sich zwischen Gruppen, Zeiten und Sprachen deutlich unterscheiden.
Beispiel
„Heimat“ kann Geborgenheit, Verlust, Ausgrenzung oder politische Vereinnahmung mitschwingen lassen.
Gegenbeispiel
Die Aussage, ein Quadrat habe vier gleich lange Seiten, erläutert begrifflichen Gehalt statt kultureller Mitbedeutung.
Abgrenzung
Denotation als Bezug oder Kernbedeutung und bloß privater, nicht sozial geteilter Assoziation.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Konnotationen bewerten, bevor ein Argument ausdrücklich bewertet; sie färben Zugehörigkeit und Wahrnehmung.
Resonanz
Wörter tragen einen Hof aus Erinnerungen und Wertungen, der lange vor der Erklärung hörbar wird.
Etymologie
lat. connotare „mitbezeichnen“
Provenienz
Logische Begriffslehre → strukturalistische Semantik → Lexikologie, Soziolinguistik und Diskursanalyse
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Konnotation“. Atlas der Sprache, AT-SEM-0004. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-0004Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.