ATLAS DER SPRACHE

AT-SEM-W0118 · ATLAS 251

Familienähnlichkeit

Kategoriestruktur mit überlappenden Ähnlichkeiten, aber ohne ein einziges gemeinsames Wesensmerkmal aller Mitglieder.

Vertiefung

Wie Gesichter einer Familie können Kategorienmitglieder in verschiedenen Hinsichten einander ähneln. Ein tragfähiger Begriff muss nicht immer durch eine gemeinsame Essenz abgeschlossen sein.

Beispiel

Brettspiel, Ballspiel und Rollenspiel teilen unterschiedliche Merkmale.

Gegenbeispiel

Gerade Zahlen lassen sich durch ein gemeinsames formales Kriterium bestimmen.

Abgrenzung

Prototypikalität ordnet Mitglieder um typische Zentren; Familienähnlichkeit betont das Beziehungsnetz.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Sie erlaubt Kategorien mit beweglichen Rändern und mindert den Zwang zu falschen Essenzen.

Resonanz

Zusammengehörigkeit entsteht aus einem Geflecht partieller Antworten.

Etymologie

philosophischer Vergleich, besonders mit Wittgenstein verbunden

Provenienz

Kandidatenbank K-0118 → ATLAS_035; Wittgenstein → Kategorisierungsforschung

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Familienähnlichkeit“. Atlas der Sprache, AT-SEM-W0118. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-W0118

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