Vertiefung
Semiose verschiebt den Blick vom fertigen Zeichen auf das Geschehen des Bedeutens. Zeichen, Objektbezug und Interpretant bilden eine Relation, die neue Zeichenwirkungen hervorbringen kann.
Beispiel
Eine rote Warnleuchte wird als Störung gelesen, führt zur Anzeige eines Fehlercodes und anschließend zu einer Handlung.
Gegenbeispiel
Ein physikalischer Lichtreiz ohne irgendeine Zeichenfunktion ist noch keine Semiose.
Abgrenzung
Nicht mit Kommunikation gleichsetzen; Semiose kann auch ohne absichtliche Mitteilung stattfinden.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Sie macht Bedeutung zeitlich und relational: Sinn ereignet sich, statt bloß gespeichert zu sein.
Resonanz
Bedeutung ist ein Strom von Antworten, nicht ein ruhender Inhalt.
Etymologie
griech. sēmeíōsis: Bezeichnung
Provenienz
Kandidatenbank K-0269 → ATLAS_035; keine
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Semiose“. Atlas der Sprache, AT-SEMIO-W0269. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEMIO-W0269Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.