ATLAS DER SPRACHE

AT-SEMIO-W0269 · ATLAS 251

Semiose

Prozess, in dem etwas als Zeichen für etwas verstanden und in weiterer Deutung fortgeführt wird.

Vertiefung

Semiose verschiebt den Blick vom fertigen Zeichen auf das Geschehen des Bedeutens. Zeichen, Objektbezug und Interpretant bilden eine Relation, die neue Zeichenwirkungen hervorbringen kann.

Beispiel

Eine rote Warnleuchte wird als Störung gelesen, führt zur Anzeige eines Fehlercodes und anschließend zu einer Handlung.

Gegenbeispiel

Ein physikalischer Lichtreiz ohne irgendeine Zeichenfunktion ist noch keine Semiose.

Abgrenzung

Nicht mit Kommunikation gleichsetzen; Semiose kann auch ohne absichtliche Mitteilung stattfinden.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Sie macht Bedeutung zeitlich und relational: Sinn ereignet sich, statt bloß gespeichert zu sein.

Resonanz

Bedeutung ist ein Strom von Antworten, nicht ein ruhender Inhalt.

Etymologie

griech. sēmeíōsis: Bezeichnung

Provenienz

Kandidatenbank K-0269 → ATLAS_035; keine

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Semiose“. Atlas der Sprache, AT-SEMIO-W0269. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEMIO-W0269

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