MICHAEL REICH
Atlas der Sprache
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Lehr- und Studienmodus · ATLAS 260

Wer darf sprechen, wer wird gehört?

Sprachliche Formen können Zugang ermöglichen, Erwartungen setzen und Anerkennung verteilen. Die Stationen laden dazu ein, Macht, Autorität und Register an konkreten Gesprächssituationen auseinanderzuhalten.

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Welche sprachlichen Bedingungen ermöglichen begründeten Widerspruch?

Verantwortlich: Michael Reich · Vorbereiteter Stand: 2026-10-17. Versionierte Forschungsfassung. Keine DOI oder externe Archivierung nachgewiesen.

Fallbeispiel

Fiktives, für dieses Material verfasstes Übungsbeispiel. Keine empirischen Daten.

Ein fiktiver Vereinsvorstand plant neue Öffnungszeiten. Die Vorsitzende sagt: „Die Fachleute empfehlen das, also sind wir uns einig.“ Zwei neue Mitglieder schweigen. Ein Mitglied fragt nach der Datengrundlage und bittet um eine Erklärung ohne Verwaltungsbegriffe.

Material und Ablauf

Hinweise für Lehrende

Ab etwa 16 Jahren, fortgeschrittene Schulgruppen, Studium und Erwachsenenbildung.

Kurze Fachtexte lesen; Aussage, Beobachtung und Deutung unterscheiden. Eigene Beispiele dürfen mündlich, schriftlich oder als beschriftete Skizze bearbeitet werden.

Lernziele

5 Min. Einstieg · 20 Min. zwei Stationen vergleichen · 10 Min. Beleg und Gegenbeispiel · 10 Min. gemeinsame Auswertung

Das Arbeitsblatt enthält zwei ausgewählte Stationen. Lest die Definitionen, öffnet die Quellen und trennt Beobachtung von Schlussfolgerung.

Material als Markdown

Arbeitsauftrag

  1. Notiert getrennt: Wer kann entscheiden, wer wird als fachlich zuständig anerkannt und welche Zustimmung ist tatsächlich geäußert?
  2. Vergleicht die Stationen Register und Konsens. Schreibt die Aussage der Vorsitzenden verständlicher um, ohne den Inhalt heimlich zu ändern.
  3. Entwerft eine Gesprächsregel, die Nachfragen ermöglicht und Schweigen nicht als Zustimmung verbucht. Nennt eine mögliche Grenze der Regel.

Quellenprüfung

Öffnet mindestens ein vollständiges Atlas-Profil. Wählt einen dort genannten Quellenhinweis. Notiert Titel, Fundstelle soweit vorhanden und den ausdrücklich dokumentierten Belegumfang. Trennt eigene Schlussfolgerungen von dem, was der Hinweis tatsächlich stützt. Ein Quellenverweis allein ist kein Beweis für jede Aussage des Profils.

Station 1 · AT-CORE-239-035

Macht

Vermögen, Handlungen, Deutungen, Regeln oder Möglichkeiten anderer wirksam zu bestimmen.

Suche nach Handlungsmöglichkeiten und ihren Grenzen. Die Analyse beginnt bei einer beobachtbaren Situation.

Wer kann in einer fiktiven Sitzung das Thema oder die Redezeit bestimmen?

Lest Definition und Abgrenzung im verlinkten Vollprofil. Welche Aussage trägt der dokumentierte Quellenhinweis, welche entsteht erst durch euren Vergleich mit dem Übungsfall?

Quellen und Nachweise (2)
  • W02 · Metzler Lexikon Sprache · PDF-Seiten 8, 53, 63, 66, 76 · Volltext-/Artikelabgleich
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    Offenes Beziehungsnetz → zweiter Grundbegriffscheck → Metzler/HWRh-Abgleich → ATLAS_239

  • W03.1 · Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Band 1 · PDF-Seiten 8, 11, 12, 13, 15 · Volltext-/Artikelabgleich
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    Offenes Beziehungsnetz → zweiter Grundbegriffscheck → Metzler/HWRh-Abgleich → ATLAS_239

Vollständiges Profil mit Quellen prüfen

Quellen und Nachweise

  • W02 · Metzler Lexikon Sprache · PDF-Seiten 8, 53, 63, 66, 76 · Volltext-/Artikelabgleich
  • W03.1 · Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Band 1 · PDF-Seiten 8, 11, 12, 13, 15 · Volltext-/Artikelabgleich

Vollständiges Profil und Belegumfang: https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-239-035

Station 2 · AT-CORE-239-006

Autorität

Anerkannte Geltungs- oder Entscheidungsmacht einer Person, Institution, Tradition oder Quelle.

Unterscheide Anerkennung von bloßer Durchsetzung. Gründe für Zuständigkeit können offengelegt und bestritten werden.

Welche Rückfrage prüft eine Fachauskunft, ohne Expertise pauschal abzuwerten?

Lest Definition und Abgrenzung im verlinkten Vollprofil. Welche Aussage trägt der dokumentierte Quellenhinweis, welche entsteht erst durch euren Vergleich mit dem Übungsfall?

Quellen und Nachweise (2)
  • W02 · Metzler Lexikon Sprache · PDF-Seiten 76 · Volltext-/Artikelabgleich
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    Offenes Beziehungsnetz → zweiter Grundbegriffscheck → Metzler/HWRh-Abgleich → ATLAS_239

  • W03.1 · Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Band 1 · PDF-Seiten 75, 99, 101, 167, 179 · Volltext-/Artikelabgleich
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    Offenes Beziehungsnetz → zweiter Grundbegriffscheck → Metzler/HWRh-Abgleich → ATLAS_239

Vollständiges Profil mit Quellen prüfen

Quellen und Nachweise

  • W02 · Metzler Lexikon Sprache · PDF-Seiten 76 · Volltext-/Artikelabgleich
  • W03.1 · Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Band 1 · PDF-Seiten 75, 99, 101, 167, 179 · Volltext-/Artikelabgleich

Vollständiges Profil und Belegumfang: https://atlasdersprache.de/begriff/AT-CORE-239-006

Station 3 · AT-091-056

Register

Situationsabhängige Varietät mit typischen sprachlichen Formen und Gebrauchsnormen.

Vergleiche zwei Ausdrucksweisen derselben Bitte. Register gehört zur Situation, nicht zum unveränderlichen Wert einer Person.

Welche Formulierung erleichtert einem neuen Gruppenmitglied das Mitsprechen?

Lest Definition und Abgrenzung im verlinkten Vollprofil. Welche Aussage trägt der dokumentierte Quellenhinweis, welche entsteht erst durch euren Vergleich mit dem Übungsfall?

Quellen und Nachweise (1)
  • ATLAS_091 · Fachquellenzuordnung offen

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Quellen und Nachweise

  • ATLAS_091 · Fachquellenzuordnung offen

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Station 4 · AT-ADD-20261016-0009

Konsens

Konsens ist gemeinsame Zustimmung zu einer Aussage, Wertung oder Regel; Gegenstand, Umfang und Bedingungen dieser Übereinstimmung sind eigens zu bestimmen.

Untersuche, wie Einverständnis entsteht und wie es erneut befragt werden kann.

Welche Regel stellt sicher, dass Schweigen nicht automatisch als Zustimmung gilt?

Lest Definition und Abgrenzung im verlinkten Vollprofil. Welche Aussage trägt der dokumentierte Quellenhinweis, welche entsteht erst durch euren Vergleich mit dem Übungsfall?

Quellen und Nachweise (4)
  • Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 4, Artikel „Konsens“; hg. von Gert Ueding, Tübingen: Max Niemeyer 1998. Sp. 1256–1258; PDF-Seiten 634–635
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    Definition sowie Unterscheidungen von Gültigkeitskonsens und Interessenkompromiss. Die systematischen Positionen der Autoren werden nicht als alleinige Bedeutung des Wortes ausgegeben. | Original Atlas applications remain separate.

  • Merriam-Webster: consensus
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    Lexikalischer Beleg und Wortgeschichte des englischen Lemmas, keine vollständige Disziplingeschichte und keine automatische Übertragung auf deutsche Erstbelege. | Original Atlas applications remain separate.

  • Duden online: Konsens
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    Knappe deutsche Bedeutungs- und Herkunftsstütze, keine neue historische Erstbelegprüfung. | Original Atlas applications remain separate.

  • Atlas der Sprache: Vergleichsstand Release 15.8.0 / Sites 352
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    Arbeitsbasis des zuletzt in diesem Chat veröffentlichten Stands, keine neue vollständige Produktivinventur und kein unabhängiger wissenschaftlicher Beleg. | Original Atlas applications remain separate.

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Quellen und Nachweise

  • Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 4, Artikel „Konsens“; hg. von Gert Ueding, Tübingen: Max Niemeyer 1998. Sp. 1256–1258; PDF-Seiten 634–635
  • Merriam-Webster: consensus · https://www.merriam-webster.com/dictionary/consensus
  • Duden online: Konsens · https://www.duden.de/rechtschreibung/Konsens
  • Atlas der Sprache: Vergleichsstand Release 15.8.0 / Sites 352

Vollständiges Profil und Belegumfang: https://atlasdersprache.de/begriff/AT-ADD-20261016-0009

Auswertungshinweise – keine einzige Musterlösung

Rückmelderaster

Orientierung zur Rückmeldung, kein standardisiertes oder empirisch validiertes Prüfverfahren. Begründete Alternativen sind zulässig.

Forschungs- und Seminarfragen

  1. Wann erleichtert Fachsprache die Zusammenarbeit, wann erschwert sie Zugang?
  2. Welche Verfahren machen Autorität überprüfbar?
  3. Kann eine Gruppe übereinstimmen und trotzdem einzelne Stimmen übergehen?

Grenze dieser Ausstellung

Ein einzelner Ausdruck beweist keine Machtstruktur. Situativer Gebrauch, institutionelle Regeln und die Sicht der Beteiligten müssen gesondert untersucht werden.

Zur AusstellungAls Lesepfad weiterdenkenVersionierte Themenedition und Nachweise

Zitierhinweis

Michael Reich: Wer darf sprechen, wer wird gehört?. Atlas der Sprache / Atlas of Language. Materialfassung atlas-260-20261017-04. ATLAS 260; Quellrelease 15.9.1. https://atlasdersprache.de/studium/sprache-und-macht. Abrufdatum ergänzen.

Die stabile Editionsfassung ist separat verlinkt. Die Quellenrechte gelten jeweils gesondert.