ATLAS DER SPRACHE

AT-088-005 · ATLAS 250

Assimilation

Die Angleichung eines Lautes an einen benachbarten Laut in mindestens einem Merkmal.

Vertiefung

Die Angleichung eines Lautes an einen benachbarten Laut in mindestens einem Merkmal. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: zeigt sprachliche Anpassung im Sprechen. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

umgangssprachlich ham wir statt haben wir.

Gegenbeispiel

Bewusste Nachahmung eines Akzents ist keine lautgesetzliche Assimilation.

Abgrenzung

Bewusste Nachahmung eines Akzents ist keine lautgesetzliche Assimilation.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf zeigt sprachliche Anpassung im Sprechen. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Assimilation nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

lat. assimilare: ähnlich machen

Provenienz

Klang/Phonetik/Phonologie → Assimilation → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Assimilation“. Atlas der Sprache, AT-088-005. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-005

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-005

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