Vertiefung
Beim Sprechen wird ein Laut nicht vollständig abgeschlossen, bevor der nächste beginnt. Artikulatorische Merkmale greifen vor oder wirken nach; die scheinbar diskreten Laute entstehen aus einem kontinuierlichen Bewegungsstrom.
Beispiel
Beim Wort kühl nehmen die Lippen bereits während des k eine gerundete Stellung für ü an.
Gegenbeispiel
Eine isoliert und langsam gehaltene Vokalqualität zeigt keine Nachbarlautüberlappung.
Abgrenzung
Nicht mit Assimilation gleichsetzen: Koartikulation ist die Überlappung; Assimilation kann daraus als systematische Angleichung hervorgehen.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Sie unterläuft die Vorstellung, Sprache bestehe akustisch aus sauber getrennten Bausteinen.
Resonanz
Das Kommende wirkt schon im gegenwärtigen Laut, das Vergangene klingt noch in den nächsten hinein.
Etymologie
lat. articulare: gliedern, deutlich aussprechen
Provenienz
Kandidatenbank K-0066 → ATLAS_035; spezifische Experimentalquelle ergänzen
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Koartikulation“. Atlas der Sprache, AT-PHO-W0066. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PHO-W0066Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.