Vertiefung
Das geordnete Übergeben des Rederechts zwischen Gesprächsbeteiligten. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: erschließt Gespräch als zeitlich koordiniertes System. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.
Beispiel
Nach einer Frage übernimmt die angesprochene Person das Wort.
Gegenbeispiel
Ein chaotisches gleichzeitiges Sprechen zeigt keine gelungene Koordination.
Abgrenzung
Ein chaotisches gleichzeitiges Sprechen zeigt keine gelungene Koordination.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf erschließt Gespräch als zeitlich koordiniertes System. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.
Resonanz
Resonanz entsteht, wenn Sprecherwechsel nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.
Etymologie
deutsche Fachbildung; engl. turn-taking
Provenienz
Pragmatik/Gespräch → Sprecherwechsel → gegenwärtige Fachverwendung
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Sprecherwechsel“. Atlas der Sprache, AT-088-011. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-011Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.