ATLAS DER SPRACHE

AT-088-012 · ATLAS 250

Adjazenzpaar

Zwei funktional aufeinander bezogene Gesprächsbeiträge, deren erster einen passenden zweiten erwartbar macht.

Vertiefung

Zwei funktional aufeinander bezogene Gesprächsbeiträge, deren erster einen passenden zweiten erwartbar macht. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: zeigt Erwartungsstrukturen zwischen Äußerungen. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

Gruß – Gegengruß.

Gegenbeispiel

Zwei zufällig benachbarte Sätze bilden kein Adjazenzpaar.

Abgrenzung

Zwei zufällig benachbarte Sätze bilden kein Adjazenzpaar.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf zeigt Erwartungsstrukturen zwischen Äußerungen. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Adjazenzpaar nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

engl. adjacency pair

Provenienz

Pragmatik/Gespräch → Adjazenzpaar → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Adjazenzpaar“. Atlas der Sprache, AT-088-012. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-012

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