ATLAS DER SPRACHE

AT-088-014 · ATLAS 250

Präferenzorganisation

Die strukturelle Tendenz, bestimmte Antworttypen unmittelbar und andere verzögert oder begründet zu gestalten.

Vertiefung

Die strukturelle Tendenz, bestimmte Antworttypen unmittelbar und andere verzögert oder begründet zu gestalten. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: zeigt soziale Asymmetrien möglicher Antworten. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

Eine Zustimmung erfolgt knapp; eine Ablehnung beginnt mit Zögern und Begründung.

Gegenbeispiel

Persönliche Vorliebe ist nicht dasselbe wie gesprächsstrukturelle Präferenz.

Abgrenzung

Persönliche Vorliebe ist nicht dasselbe wie gesprächsstrukturelle Präferenz.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf zeigt soziale Asymmetrien möglicher Antworten. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Präferenzorganisation nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

engl. preference organization

Provenienz

Pragmatik/Gespräch → Präferenzorganisation → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Präferenzorganisation“. Atlas der Sprache, AT-088-014. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-014

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-014

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