Vertiefung
Mit Äußerungen werden nicht nur Sachverhalte beschrieben: Menschen behaupten, fragen, versprechen, warnen, ernennen oder entschuldigen sich. Welche Handlung gelingt, hängt von sprachlicher Form, Kontext, Konvention und passenden Gelingensbedingungen ab.
Beispiel
„Ich verspreche, morgen zurückzukommen“ vollzieht unter passenden Bedingungen ein Versprechen.
Gegenbeispiel
Ein Papagei wiederholt denselben Satz ohne die soziale Verpflichtung eines Versprechens zu übernehmen.
Abgrenzung
Performativem Satz: Nicht jeder Sprechakt besitzt ein ausdrückliches performatives Verb; nicht jede Äußerung gelingt als beabsichtigte Handlung.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Macht sichtbar, dass Sprache soziale Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern Verpflichtungen, Rollen und Beziehungen verändern kann.
Resonanz
Worte setzen Antworten, Erwartungen und Folgen in anderen Menschen in Bewegung.
Etymologie
dt. Lehnübersetzung von engl. speech act; geprägt durch Austin und Searle
Provenienz
Austin → Searle → pragmatische, rechtliche, politische und feministische Weiterentwicklungen
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Sprechakt“. Atlas der Sprache, AT-PRA-0005. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PRA-0005Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.