ATLAS DER SPRACHE

AT-103-014 · ATLAS 250

Perlokution

Tatsächlich erzielte Wirkung einer Äußerung auf Gefühle, Gedanken oder Handlungen anderer.

Vertiefung

Die Perlokution bezeichnet, was eine Äußerung bewirkt: überzeugen, erschrecken, beruhigen oder zum Handeln bringen. Diese Wirkung kann von der beabsichtigten Illokution abweichen.

Beispiel

Die Warnung ›Der Boden ist glatt‹ führt dazu, dass jemand langsamer geht.

Gegenbeispiel

Das Behaupten oder Warnen selbst ist die Illokution, nicht seine Folge.

Abgrenzung

Von Lokution und Illokution unterscheiden, die Wortlaut beziehungsweise sprachliche Handlung bezeichnen.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Verlagert Aufmerksamkeit vom Satzinhalt auf die reale Veränderung, die Sprechen auslöst.

Resonanz

Worte setzen sich im Gegenüber als Gefühl, Entscheidung oder Bewegung fort.

Etymologie

Aus lateinisch per ›durch‹ und locutio ›Sprechen‹; in der Sprechakttheorie für die durch Äußerung erzielte Folge.

Provenienz

Austin und Sprechakttheorie → Abgrenzung von Lokution und Illokution → Wirkungsanalyse

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Perlokution“. Atlas der Sprache, AT-103-014. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-014

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