Vertiefung
Common Ground ist mehr als zufällig übereinstimmendes Wissen: Die Beteiligten rechnen damit, dass die betreffende Information zwischen ihnen verfügbar ist. Er trägt Referenz, Präsupposition und Implikatur und wird durch Äußerungen fortlaufend verändert.
Beispiel
Nach unserem gemeinsamen Rundgang genügt: „Wir treffen uns wieder an der Schwelle.“
Gegenbeispiel
Zwei Menschen wissen unabhängig voneinander dasselbe, wissen aber nichts vom Wissen des anderen.
Abgrenzung
Geteiltem Wissen schlechthin: Für Common Ground muss die Information im Gespräch als gemeinsam verfügbar gelten.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Bestimmt, was erklärt werden muss, worauf gezeigt werden kann und welche Schlüsse als selbstverständlich erscheinen.
Resonanz
Jeder Satz erklingt auf einem vorausgesetzten gemeinsamen Boden und verändert ihn zugleich.
Etymologie
engl. common „gemeinsam“ + ground „Grund, Boden“; pragmatischer Fachterminus seit Grice und Stalnaker
Provenienz
Grice → Stalnakers Kontextmodell → Clark und kooperative Handlung → mentale, propositionale und normative Modelle
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Common Ground“. Atlas der Sprache, AT-PRA-0004. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PRA-0004Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.