ATLAS DER SPRACHE

AT-PRA-0004 · ATLAS 250

Common Ground

Informationen und Annahmen, die Gesprächsbeteiligte für den jeweiligen Austausch als gemeinsam geteilt behandeln.

Vertiefung

Common Ground ist mehr als zufällig übereinstimmendes Wissen: Die Beteiligten rechnen damit, dass die betreffende Information zwischen ihnen verfügbar ist. Er trägt Referenz, Präsupposition und Implikatur und wird durch Äußerungen fortlaufend verändert.

Beispiel

Nach unserem gemeinsamen Rundgang genügt: „Wir treffen uns wieder an der Schwelle.“

Gegenbeispiel

Zwei Menschen wissen unabhängig voneinander dasselbe, wissen aber nichts vom Wissen des anderen.

Abgrenzung

Geteiltem Wissen schlechthin: Für Common Ground muss die Information im Gespräch als gemeinsam verfügbar gelten.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Bestimmt, was erklärt werden muss, worauf gezeigt werden kann und welche Schlüsse als selbstverständlich erscheinen.

Resonanz

Jeder Satz erklingt auf einem vorausgesetzten gemeinsamen Boden und verändert ihn zugleich.

Etymologie

engl. common „gemeinsam“ + ground „Grund, Boden“; pragmatischer Fachterminus seit Grice und Stalnaker

Provenienz

Grice → Stalnakers Kontextmodell → Clark und kooperative Handlung → mentale, propositionale und normative Modelle

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Common Ground“. Atlas der Sprache, AT-PRA-0004. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PRA-0004

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PRA-0004

Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.