Vertiefung
Implikaturen entstehen aus Wortlaut, Kontext und Annahmen über kooperatives Gespräch. Viele sind aufhebbar: Zusätzliche Information kann sie zurücknehmen, ohne Widerspruch zu erzeugen.
Beispiel
„Einige Karten sind geprüft.“ → meist: nicht alle.
Gegenbeispiel
„Einige, tatsächlich alle Karten sind geprüft.“
Abgrenzung
Präsupposition: Diese bleibt häufig auch unter Verneinung erhalten und ist weniger leicht aufhebbar.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Lässt Gesprächspartner über das Gesagte hinausrechnen; Effizienz wächst, aber Missverständnisse werden möglich.
Resonanz
Gemeinsame Erwartungen bringen ungesagte Bedeutung zum Erklingen.
Etymologie
lat. implicare „verwickeln, einschließen“; Fachterminus nach Grice
Provenienz
Grice 1967/1975 → Neo- und Post-Griceanische Pragmatik → Relevanztheorie
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Implikatur“. Atlas der Sprache, AT-PRA-0002. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-PRA-0002Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.