ATLAS DER SPRACHE

AT-088-021 · ATLAS 250

Petitio principii

Ein Fehlschluss, bei dem die zu begründende Behauptung bereits in den Voraussetzungen steckt.

Vertiefung

Ein Fehlschluss, bei dem die zu begründende Behauptung bereits in den Voraussetzungen steckt. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: zeigt verborgen zirkuläre Begründung. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

Diese Regel ist richtig, weil sie die richtige Regel ist.

Gegenbeispiel

Eine gültige Rückführung auf unabhängig begründete Prämissen ist nicht zirkulär.

Abgrenzung

Eine gültige Rückführung auf unabhängig begründete Prämissen ist nicht zirkulär.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf zeigt verborgen zirkuläre Begründung. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Petitio principii nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

lat. petitio principii: Beanspruchung des Ausgangspunkts

Provenienz

Argumentation/Logik → Petitio principii → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Petitio principii“. Atlas der Sprache, AT-088-021. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-021

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-021

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