Vertiefung
Die sprachliche Form bleibt konstant und erweckt dadurch den Eindruck logischer Kontinuität. Tatsächlich trägt der Ausdruck in verschiedenen Prämissen oder im Schluss unterschiedliche Lesarten.
Beispiel
Nur Menschen sind vernünftig. Eine vernünftige Entscheidung ist menschlich. Also ist jede vernünftige Entscheidung ein Mensch.
Gegenbeispiel
Ein ausdrücklich markierter Vergleich zweier Bedeutungen desselben Wortes begeht keinen verdeckten Bedeutungswechsel.
Abgrenzung
Von bloßer Ambiguität unterscheiden; zur Äquivokation wird Mehrdeutigkeit durch ihren unbemerkten argumentativen Wechsel.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Sie lässt sprachliche Gleichheit wie begriffliche Identität erscheinen.
Resonanz
Dasselbe Wort schwingt in zwei Bedeutungsräumen, während das Argument so tut, als sei es nur einer.
Etymologie
lat. aequivocus: gleichlautend, mehrdeutig
Provenienz
Kandidatenbank K-0239 → ATLAS_035; logische Referenz präzisieren
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Äquivokation“. Atlas der Sprache, AT-ARG-W0239. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-ARG-W0239Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.