ATLAS DER SPRACHE

AT-ARG-W0239 · ATLAS 251

Äquivokation

Wechsel der Bedeutung eines gleichbleibenden Ausdrucks innerhalb eines Arguments.

Vertiefung

Die sprachliche Form bleibt konstant und erweckt dadurch den Eindruck logischer Kontinuität. Tatsächlich trägt der Ausdruck in verschiedenen Prämissen oder im Schluss unterschiedliche Lesarten.

Beispiel

Nur Menschen sind vernünftig. Eine vernünftige Entscheidung ist menschlich. Also ist jede vernünftige Entscheidung ein Mensch.

Gegenbeispiel

Ein ausdrücklich markierter Vergleich zweier Bedeutungen desselben Wortes begeht keinen verdeckten Bedeutungswechsel.

Abgrenzung

Von bloßer Ambiguität unterscheiden; zur Äquivokation wird Mehrdeutigkeit durch ihren unbemerkten argumentativen Wechsel.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Sie lässt sprachliche Gleichheit wie begriffliche Identität erscheinen.

Resonanz

Dasselbe Wort schwingt in zwei Bedeutungsräumen, während das Argument so tut, als sei es nur einer.

Etymologie

lat. aequivocus: gleichlautend, mehrdeutig

Provenienz

Kandidatenbank K-0239 → ATLAS_035; logische Referenz präzisieren

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Äquivokation“. Atlas der Sprache, AT-ARG-W0239. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-ARG-W0239

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