ATLAS DER SPRACHE

AT-SEM-0002 · ATLAS 250

Polysemie

Mehrere miteinander verbundene Bedeutungen eines Ausdrucks.

Vertiefung

Bedeutungen bilden ein Netz aus Erweiterung, Spezialisierung oder Metapher. Die Grenze zur Homonymie ist eine lexikografische Analyseentscheidung, kein rein mechanischer Test.

Beispiel

Maus: Tier / Computergerät

Gegenbeispiel

Maus: Tier / Bankinstitut

Abgrenzung

Homonymie: Dort werden die Bedeutungen als lexikalisch getrennt analysiert.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Ermöglicht ökonomische Benennung und schnelle Bedeutungsübertragung, verlangt aber kontextuelle Gewichtung.

Resonanz

Ein Wort sendet verwandte Schwingungen in mehrere Bedeutungsräume.

Etymologie

griech. polýs „viel“ + sêma „Zeichen“

Provenienz

Antike Bedeutungslehre → historische Semantik → Prototypen- und Frameansätze

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Polysemie“. Atlas der Sprache, AT-SEM-0002. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-0002

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