Vertiefung
Ambiguität kann lexikalisch, syntaktisch, referenziell oder pragmatisch entstehen. Kontext bevorzugt oft unbemerkt eine Lesart; Literatur und Wortspiel können mehrere offenhalten.
Beispiel
Ich sah den Mann mit dem Fernglas: Wer besitzt das Fernglas?
Gegenbeispiel
Ich benutzte das Fernglas und sah damit den Mann legt die Instrumentlesart fest.
Abgrenzung
Vagheit besitzt unscharfe Grenzen; Ambiguität bietet unterscheidbare Lesarten.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Sie macht sichtbar, dass Verstehen Auswahl ist, selbst wenn es sich unmittelbar anfühlt.
Resonanz
Eine Form hält mehrere mögliche Sinnverläufe gleichzeitig in Bereitschaft.
Etymologie
lat. ambiguus: nach beiden Seiten treibend
Provenienz
Kandidatenbank K-0113 → ATLAS_035; Logik und Hermeneutik → Psycholinguistik
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Ambiguität“. Atlas der Sprache, AT-SEM-W0113. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-SEM-W0113Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.