ATLAS DER SPRACHE

AT-RHE-0005 · ATLAS 250

Ironie

Äußerung, bei der die gemeinte Haltung vom wörtlich Gesagten markiert abweicht.

Vertiefung

Ironie kann über Echo, Übertreibung, Kontextbruch oder Tonfall eine Haltung zur zitierten Perspektive zeigen. Sie ist nicht stets das bloße Gegenteil des Wortlauts.

Beispiel

Beim Platzregen: „Ideales Picknickwetter.“

Gegenbeispiel

Beim Sonnenschein: „Ideales Picknickwetter.“

Abgrenzung

Sarkasmus: Dieser ist spöttisch oder verletzend; Ironie muss es nicht sein.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Erfordert Perspektivwechsel und Metarepräsentation; schafft Nähe bei gemeinsamem Verständnis oder Ausschluss bei fehlendem Kontext.

Resonanz

Wortlaut und Haltung schwingen gegeneinander.

Etymologie

griech. eirōneía „Verstellung“

Provenienz

Sokratische Ironie → Rhetorik → pragmatische Echo- und Pretence-Theorien

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Ironie“. Atlas der Sprache, AT-RHE-0005. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-RHE-0005

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