ATLAS DER SPRACHE

AT-088-023 · ATLAS 251

Dammbruchargument

Die Behauptung, ein erster Schritt führe zwangsläufig zu einer Kette zunehmend extremer Folgen.

Vertiefung

Die Behauptung, ein erster Schritt führe zwangsläufig zu einer Kette zunehmend extremer Folgen. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: zeigt die rhetorische Dynamik behaupteter Folgekaskaden. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

Wenn wir eine Ausnahme erlauben, gelten bald gar keine Regeln mehr.

Gegenbeispiel

Eine empirisch belegte Kausalkette ist kein Dammbruchfehlschluss.

Abgrenzung

Eine empirisch belegte Kausalkette ist kein Dammbruchfehlschluss.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf zeigt die rhetorische Dynamik behaupteter Folgekaskaden. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Dammbruchargument nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

Lehnprägung zu engl. slippery slope

Provenienz

Argumentation/Logik → Dammbruchargument → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Dammbruchargument“. Atlas der Sprache, AT-088-023. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-023

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-023

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