ATLAS DER SPRACHE

AT-ARG-0002 · ATLAS 250

Framing

Auswahl eines Deutungsrahmens, der bestimmte Aspekte hervorhebt und andere zurücktreten lässt.

Vertiefung

Frames verbinden Wörter mit Erwartungen, Rollen und typischen Schlussfolgerungen. Framing ist unvermeidlich; manipulativ wird es durch verdeckte, einseitige oder strategische Rahmung.

Beispiel

„Steuerentlastung“ rahmt dieselbe Maßnahme anders als „Einnahmeverlust“.

Gegenbeispiel

Die Maßnahme verändert den Steuersatz um zwei Punkte.

Abgrenzung

Agenda-Setting: Dieses beeinflusst stärker, worüber gesprochen wird; Framing, wie etwas verstanden wird.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Ordnet Relevanz und Kausalität vor, bevor einzelne Argumente geprüft werden.

Resonanz

Der Rahmen filtert, welche Bedeutungen im Vordergrund resonieren.

Etymologie

engl. frame „Rahmen“

Provenienz

Bateson/Goffman → Frame-Semantik → Kommunikations- und Kognitionsforschung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Framing“. Atlas der Sprache, AT-ARG-0002. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-ARG-0002

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-ARG-0002

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