ATLAS DER SPRACHE

AT-088-024 · ATLAS 250

Tu-quoque-Argument

Die Abwehr eines Einwands durch den Hinweis, die kritisierende Person handle selbst widersprüchlich.

Vertiefung

Die Abwehr eines Einwands durch den Hinweis, die kritisierende Person handle selbst widersprüchlich. Im Atlas wird der Begriff nicht isoliert behandelt: ergänzt Ad hominem durch einen verbreiteten Untertyp. Dadurch wird sichtbar, welche Unterscheidung die Form ermöglicht und wie sie an benachbarte Phänomene anschließt.

Beispiel

Du kannst Energiesparen nicht fordern, du bist gestern geflogen.

Gegenbeispiel

Der Nachweis einer sachlich relevanten Inkonsistenz kann argumentativ bedeutsam sein.

Abgrenzung

Der Nachweis einer sachlich relevanten Inkonsistenz kann argumentativ bedeutsam sein.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff lenkt Aufmerksamkeit auf ergänzt Ad hominem durch einen verbreiteten Untertyp. Was zuvor als einheitlicher Vorgang erschien, wird als strukturierte Beziehung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Tu-quoque-Argument nicht nur benannt, sondern als Bewegung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erfahren wird.

Etymologie

lat. tu quoque: du auch

Provenienz

Argumentation/Logik → Tu-quoque-Argument → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Tu-quoque-Argument“. Atlas der Sprache, AT-088-024. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-024

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-088-024

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