ATLAS DER SPRACHE

AT-091-009 · ATLAS 251

Epanalepse

Wiederaufnahme desselben Ausdrucks nach einem Abstand, häufig am Satzende.

Vertiefung

Wiederaufnahme desselben Ausdrucks nach einem Abstand, häufig am Satzende. Im Atlas wird Epanalepse als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Schließt eine Äußerung zu einem erinnerbaren Ring.

Beispiel

Nichts ist schlimmer als das Nichts.

Gegenbeispiel

Wir gehen, gehen, gehen, als unmittelbare Wiederholung.

Abgrenzung

Wir gehen, gehen, gehen, als unmittelbare Wiederholung.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff schließt eine Äußerung zu einem erinnerbaren Ring. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Epanalepse nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Rhetorik/Stilistik → Epanalepse → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Epanalepse“. Atlas der Sprache, AT-091-009. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-009

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