Vertiefung
Aufeinandertreffen zweier Vokale an einer Silben- oder Wortgrenze ohne Verschmelzung. Im Atlas wird Hiatus als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Markiert eine hörbare Grenze im vokalischen Strom.
Beispiel
Theater wird mehrsilbig mit getrennten Vokalen gesprochen.
Gegenbeispiel
Das au in Haus bildet einen Diphthong.
Abgrenzung
Das au in Haus bildet einen Diphthong.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Der Begriff markiert eine hörbare Grenze im vokalischen Strom. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.
Resonanz
Resonanz entsteht, wenn Hiatus nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.
Etymologie
Etymologische Vertiefung offen
Provenienz
Klang/Phonetik/Phonologie → Hiatus → gegenwärtige Fachverwendung
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Hiatus“. Atlas der Sprache, AT-091-012. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-012Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.