ATLAS DER SPRACHE

AT-091-012 · ATLAS 251

Hiatus

Aufeinandertreffen zweier Vokale an einer Silben- oder Wortgrenze ohne Verschmelzung.

Vertiefung

Aufeinandertreffen zweier Vokale an einer Silben- oder Wortgrenze ohne Verschmelzung. Im Atlas wird Hiatus als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Markiert eine hörbare Grenze im vokalischen Strom.

Beispiel

Theater wird mehrsilbig mit getrennten Vokalen gesprochen.

Gegenbeispiel

Das au in Haus bildet einen Diphthong.

Abgrenzung

Das au in Haus bildet einen Diphthong.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff markiert eine hörbare Grenze im vokalischen Strom. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Hiatus nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Klang/Phonetik/Phonologie → Hiatus → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Hiatus“. Atlas der Sprache, AT-091-012. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-012

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-012

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