ATLAS DER SPRACHE

AT-091-024 · ATLAS 250

Klitikon

Grammatisches Element mit wortähnlicher Funktion, das phonologisch an einen Nachbarn gebunden ist.

Vertiefung

Grammatisches Element mit wortähnlicher Funktion, das phonologisch an einen Nachbarn gebunden ist. Im Atlas wird Klitikon als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Macht die Grenze zwischen Wort und gebundenem Element unscharf.

Beispiel

’s in geht’s lehnt sich an das Verb an.

Gegenbeispiel

Eine selbständig betonte Präposition ist kein Klitikon.

Abgrenzung

Eine selbständig betonte Präposition ist kein Klitikon.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff macht die Grenze zwischen Wort und gebundenem Element unscharf. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Klitikon nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Wortgestalt/Wortbildung/Morphologie → Klitikon → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Klitikon“. Atlas der Sprache, AT-091-024. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-024

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-024

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