ATLAS DER SPRACHE

AT-MOR-0001 · ATLAS 250

Morphem

Kleinste sprachliche Einheit mit Bedeutung oder grammatischer Funktion.

Vertiefung

Morpheme können frei auftreten oder gebunden sein. Ein Morphem kann mehrere lautliche Varianten haben; diese Allomorphe realisieren dieselbe abstrakte Einheit.

Beispiel

un-les-bar enthält drei Morpheme.

Gegenbeispiel

Tisch enthält fünf Buchstaben.

Abgrenzung

Silbe: Sie ist eine phonologische, nicht notwendig bedeutungstragende Einheit.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Zerlegt scheinbar geschlossene Wörter in wiederverwendbare Bausteine und macht grammatische Kategorisierung sichtbar.

Resonanz

Kleine Formteile tragen getrennte Bedeutungsimpulse in ein gemeinsames Wort.

Etymologie

griech. morphḗ „Gestalt“ + -em als strukturalistisches Einheiten-Suffix

Provenienz

Sanskritgrammatik-Vorläufer → Strukturalismus → generative und konstruktionsbasierte Morphologie

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Morphem“. Atlas der Sprache, AT-MOR-0001. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-MOR-0001

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-MOR-0001

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