ATLAS DER SPRACHE

AT-103-007 · ATLAS 250

Allomorph

Eine von mehreren lautlichen oder schriftlichen Realisierungen desselben Morphems.

Vertiefung

Ein Morphem kann je nach Umgebung verschiedene Formen annehmen, ohne seine grammatische oder lexikalische Funktion zu verlieren. Identität liegt dann nicht in identischer Gestalt.

Beispiel

Plural in Hund-e, Kind-er und Auto-s.

Gegenbeispiel

Hund und Katze sind verschiedene Lexeme, keine Allomorphe.

Abgrenzung

Vom Allophon unterscheiden, das Varianten eines Phonems bezeichnet.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Löst die Gleichsetzung von gleicher Funktion und gleicher Oberfläche auf.

Resonanz

Eine abstrakte Einheit erscheint in mehreren Gestalten und bleibt dennoch wiedererkennbar.

Etymologie

Aus griechisch állos ›anders‹ und morphḗ ›Gestalt‹; im 20. Jahrhundert als strukturalistischer Terminus geprägt.

Provenienz

Strukturalistische Morphologie → Verteilung von Morphemvarianten → gegenwärtige Grammatikmodelle

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Allomorph“. Atlas der Sprache, AT-103-007. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-007

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