Vertiefung
Ein Morphem kann je nach Umgebung verschiedene Formen annehmen, ohne seine grammatische oder lexikalische Funktion zu verlieren. Identität liegt dann nicht in identischer Gestalt.
Beispiel
Plural in Hund-e, Kind-er und Auto-s.
Gegenbeispiel
Hund und Katze sind verschiedene Lexeme, keine Allomorphe.
Abgrenzung
Vom Allophon unterscheiden, das Varianten eines Phonems bezeichnet.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Löst die Gleichsetzung von gleicher Funktion und gleicher Oberfläche auf.
Resonanz
Eine abstrakte Einheit erscheint in mehreren Gestalten und bleibt dennoch wiedererkennbar.
Etymologie
Aus griechisch állos ›anders‹ und morphḗ ›Gestalt‹; im 20. Jahrhundert als strukturalistischer Terminus geprägt.
Provenienz
Strukturalistische Morphologie → Verteilung von Morphemvarianten → gegenwärtige Grammatikmodelle
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Allomorph“. Atlas der Sprache, AT-103-007. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-007Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.