ATLAS DER SPRACHE

AT-103-008 · ATLAS 250

Suppletion

Bildung zusammengehöriger Wortformen aus etymologisch verschiedenen Stämmen.

Vertiefung

Bei Suppletion wird ein grammatisches Paradigma nicht durch regelmäßige Veränderung eines Stamms gebildet. Die Sprache behandelt deutlich verschiedene Formen als Einheit.

Beispiel

gut – besser – am besten.

Gegenbeispiel

klein – kleiner – am kleinsten ist reguläre Steigerung.

Abgrenzung

Von Allomorphie im weiteren Sinn abgrenzen: Suppletion bezeichnet den extremen Stammwechsel.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Zeigt, dass grammatische Zusammengehörigkeit stärker sein kann als formale Ähnlichkeit.

Resonanz

Verschiedene Wortkörper werden durch ihre Funktion zu einem einzigen Paradigma gekoppelt.

Etymologie

Lateinisch supplere ›ergänzen, auffüllen‹; ein Paradigma ergänzt fehlende Formen aus einem anderen Stamm.

Provenienz

Historisch-vergleichende Grammatik → unregelmäßige Paradigmen → Morphologie und Sprachwandel

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Suppletion“. Atlas der Sprache, AT-103-008. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-008

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