Vertiefung
Bei Suppletion wird ein grammatisches Paradigma nicht durch regelmäßige Veränderung eines Stamms gebildet. Die Sprache behandelt deutlich verschiedene Formen als Einheit.
Beispiel
gut – besser – am besten.
Gegenbeispiel
klein – kleiner – am kleinsten ist reguläre Steigerung.
Abgrenzung
Von Allomorphie im weiteren Sinn abgrenzen: Suppletion bezeichnet den extremen Stammwechsel.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Zeigt, dass grammatische Zusammengehörigkeit stärker sein kann als formale Ähnlichkeit.
Resonanz
Verschiedene Wortkörper werden durch ihre Funktion zu einem einzigen Paradigma gekoppelt.
Etymologie
Lateinisch supplere ›ergänzen, auffüllen‹; ein Paradigma ergänzt fehlende Formen aus einem anderen Stamm.
Provenienz
Historisch-vergleichende Grammatik → unregelmäßige Paradigmen → Morphologie und Sprachwandel
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Suppletion“. Atlas der Sprache, AT-103-008. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-008Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.