ATLAS DER SPRACHE

AT-091-045 · ATLAS 250

Anakoluth

Abbruch oder Wechsel einer begonnenen syntaktischen Konstruktion.

Vertiefung

Abbruch oder Wechsel einer begonnenen syntaktischen Konstruktion. Im Atlas wird Anakoluth als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Macht den Augenblick sichtbar, in dem Planung und Äußerung auseinanderlaufen.

Beispiel

Wenn du meinst – ich sehe das anders.

Gegenbeispiel

Eine bewusst unvollständige, aber syntaktisch erwartbare Ellipse.

Abgrenzung

Eine bewusst unvollständige, aber syntaktisch erwartbare Ellipse.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff macht den Augenblick sichtbar, in dem Planung und Äußerung auseinanderlaufen. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Anakoluth nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Syntax/Grammatik → Anakoluth → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Anakoluth“. Atlas der Sprache, AT-091-045. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-045

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