ATLAS DER SPRACHE

AT-091-058 · ATLAS 251

Diglossie

Funktionale Verteilung zweier deutlich unterschiedener Sprachformen innerhalb einer Gemeinschaft.

Vertiefung

Funktionale Verteilung zweier deutlich unterschiedener Sprachformen innerhalb einer Gemeinschaft. Im Atlas wird Diglossie als Beziehung zwischen Form, Erwartung und Wirkung erschlossen. Ordnet Sprachen gesellschaftlich nach Situationen und Funktionen.

Beispiel

Eine Varietät dient formellen, eine andere alltäglichen Situationen.

Gegenbeispiel

Individuelles Code-Switching allein begründet noch keine Diglossie.

Abgrenzung

Individuelles Code-Switching allein begründet noch keine Diglossie.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff ordnet Sprachen gesellschaftlich nach Situationen und Funktionen. Dadurch wird eine zuvor selbstverständliche sprachliche Ordnung als aktive Denkbewegung wahrnehmbar.

Resonanz

Resonanz entsteht, wenn Diglossie nicht nur erkannt, sondern in seiner Richtungswirkung zwischen Ausdruck, Körper, Kontext und Deutung erfahren wird.

Etymologie

Etymologische Vertiefung offen

Provenienz

Pragmatik/Gespräch → Diglossie → gegenwärtige Fachverwendung

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Diglossie“. Atlas der Sprache, AT-091-058. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-058

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-091-058

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