Vertiefung
Markierte Formen tragen zusätzliche Kennzeichnung oder treten in eingeschränkteren Kontexten auf. Welche Seite als unmarkiert gilt, hängt von Beschreibungsebene und Sprache ab.
Beispiel
Singular kann gegenüber dem ausdrücklich markierten Plural unmarkiert sein.
Gegenbeispiel
Häufigkeit allein beweist keine Markiertheitsrelation.
Abgrenzung
Von bloßer Auffälligkeit im Alltagssinn unterscheiden.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Lenkt den Blick auf unsichtbare Grundannahmen, die erst durch ihre Abweichung hervortreten.
Resonanz
Das Unmarkierte bildet den stillen Boden, auf dem die markierte Form sichtbar wird.
Etymologie
Von markieren; als linguistischer Fachbegriff im Strukturalismus für asymmetrische Oppositionen ausgebaut.
Provenienz
Prager Strukturalismus → phonologische Opposition → Morphologie, Semantik und Typologie
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Markiertheit“. Atlas der Sprache, AT-103-012. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-012Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.