ATLAS DER SPRACHE

AT-103-012 · ATLAS 250

Markiertheit

Asymmetrie zwischen einer neutraleren Grundform und einer formal oder funktional spezielleren Form.

Vertiefung

Markierte Formen tragen zusätzliche Kennzeichnung oder treten in eingeschränkteren Kontexten auf. Welche Seite als unmarkiert gilt, hängt von Beschreibungsebene und Sprache ab.

Beispiel

Singular kann gegenüber dem ausdrücklich markierten Plural unmarkiert sein.

Gegenbeispiel

Häufigkeit allein beweist keine Markiertheitsrelation.

Abgrenzung

Von bloßer Auffälligkeit im Alltagssinn unterscheiden.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Lenkt den Blick auf unsichtbare Grundannahmen, die erst durch ihre Abweichung hervortreten.

Resonanz

Das Unmarkierte bildet den stillen Boden, auf dem die markierte Form sichtbar wird.

Etymologie

Von markieren; als linguistischer Fachbegriff im Strukturalismus für asymmetrische Oppositionen ausgebaut.

Provenienz

Prager Strukturalismus → phonologische Opposition → Morphologie, Semantik und Typologie

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Markiertheit“. Atlas der Sprache, AT-103-012. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-012

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-012

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