Vertiefung
Diegese trennt die erzählte Welt von der Ebene des Erzählens und Darstellens. Ein Element kann innerhalb dieser Welt existieren oder von außen kommentierend hinzutreten.
Beispiel
Musik aus einem Radio, das eine Filmfigur hört, ist diegetisch.
Gegenbeispiel
Filmmusik, die nur das Publikum hört, ist nicht diegetisch.
Abgrenzung
Nicht mit Handlung allein gleichsetzen; die Diegese umfasst den gesamten Weltzusammenhang.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Erlaubt wahrzunehmen, auf welcher Wirklichkeitsebene ein Zeichen oder eine Stimme gehört.
Resonanz
Erzählungen erzeugen eigene Räume, in denen Klänge und Worte unterschiedliche Grade von Wirklichkeit besitzen.
Etymologie
Griechisch diḗgēsis ›Erzählung, Darlegung‹; über französische Film- und Erzähltheorie als Begriff der erzählten Welt verbreitet.
Provenienz
Antike Unterscheidung von Erzählen und Zeigen → französische Narratologie → Literatur-, Film- und Spielanalyse
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Diegese“. Atlas der Sprache, AT-103-015. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-015Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.