ATLAS DER SPRACHE

AT-103-015 · ATLAS 250

Diegese

Die innerhalb einer Erzählung vorausgesetzte Welt ihrer Figuren, Ereignisse, Orte und Zeiten.

Vertiefung

Diegese trennt die erzählte Welt von der Ebene des Erzählens und Darstellens. Ein Element kann innerhalb dieser Welt existieren oder von außen kommentierend hinzutreten.

Beispiel

Musik aus einem Radio, das eine Filmfigur hört, ist diegetisch.

Gegenbeispiel

Filmmusik, die nur das Publikum hört, ist nicht diegetisch.

Abgrenzung

Nicht mit Handlung allein gleichsetzen; die Diegese umfasst den gesamten Weltzusammenhang.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Erlaubt wahrzunehmen, auf welcher Wirklichkeitsebene ein Zeichen oder eine Stimme gehört.

Resonanz

Erzählungen erzeugen eigene Räume, in denen Klänge und Worte unterschiedliche Grade von Wirklichkeit besitzen.

Etymologie

Griechisch diḗgēsis ›Erzählung, Darlegung‹; über französische Film- und Erzähltheorie als Begriff der erzählten Welt verbreitet.

Provenienz

Antike Unterscheidung von Erzählen und Zeigen → französische Narratologie → Literatur-, Film- und Spielanalyse

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Diegese“. Atlas der Sprache, AT-103-015. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-015

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