ATLAS DER SPRACHE

AT-103-021 · ATLAS 250

Ikon

Zeichen, das durch wahrgenommene Ähnlichkeit oder strukturelle Entsprechung auf sein Objekt verweist.

Vertiefung

Ein Ikon funktioniert nicht nur als Bild. Auch Diagramme und lautmalerische Formen können ikonisch sein, sofern eine relevante Ähnlichkeit die Zeichenbeziehung trägt.

Beispiel

Eine schematische Karte ähnelt räumlichen Relationen ihres Gebiets.

Gegenbeispiel

Rauch als Zeichen für Feuer beruht auf realer Verbindung und ist indexikalisch.

Abgrenzung

Von Index und Symbol unterscheiden; reale Zeichen verbinden häufig mehrere Modi.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Macht Ähnlichkeit zu einem Verfahren des Verstehens und Schlussfolgerns.

Resonanz

Eine Form bringt die Struktur eines Abwesenden durch Entsprechung zum Mitschwingen.

Etymologie

Griechisch eikṓn ›Bild, Abbild‹; in Peirces Semiotik als Zeichenmodus der Ähnlichkeit systematisiert.

Provenienz

Griechischer Bildbegriff → religiöse Bildtraditionen → Peirces Zeichenlehre und Designtheorie

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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Ikon“. Atlas der Sprache, AT-103-021. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-021

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