Vertiefung
Bedeutung liegt nicht fertig im Zeichenträger. Sie entsteht in einer Relation zwischen Zeichen, Bezugsgegenstand und interpretierender Weiterführung.
Beispiel
Eine dunkle Wolke wird als Hinweis auf bevorstehenden Regen verstanden.
Gegenbeispiel
Ein unbeachteter Fleck wirkt in einer Situation möglicherweise überhaupt nicht als Zeichen.
Abgrenzung
Vom statischen Zeichenträger unterscheiden, der nur ein Moment des Prozesses ist.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Verlagert Bedeutung von Dingen auf Beziehungen und fortlaufende Interpretation.
Resonanz
Jede Deutung kann selbst zum Zeichen für eine weitere Deutung werden.
Etymologie
Deutsche Erläuterungsbildung zu Semiose; Prozess aus lateinisch processus ›Fortgang‹ betont das zeitliche Hervorbringen von Bedeutung.
Provenienz
Peirces triadische Semiotik → Semiose → dynamische Zeichen-, Medien- und Kulturtheorien
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Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Zeichenprozess“. Atlas der Sprache, AT-103-022. ATLAS 250, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-103-022Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.